Gibt es nicht noch eine Möglichkeit mit Hilfe von Hegel gegen Hegel zu argumentieren? Nehmen wir als Beispiel die Möglichkeit an, Positionen in der modernen Gesellschaft mit Hilfe von einzelnen Begriffen zu beschreiben. Die Kritische Theorie würde beispielsweise Geburt und Stand beschreiben wollen oder Arbeit und Klasse. In einer Gesellschaft, in der ich hinein geboren werde, würde ich ein Leben lang zu einem bestimmten Stand gehören. In einer Welt der Arbeit würde mich erst meine Tätigkeit in eine spezifische Position, wie eine Art Arbeiter- oder Bildungsklasse, bestimmen. Was wäre jedoch, wenn wir in einer nachhaltigen Gesellschaft einen zentralen Begriff wie „Umwälzung“ als Positionsprinzip für Individuen platzieren müssten? Erst die Möglichkeit zur Erneuerung würde dann als ein zentrales Element erscheinen, welche den Folgegenerationen einen Entscheidungshorizont einräumt. Die „Umwälzung“ und nicht die Geburt oder meine Arbeit wären dann positionsbestimmend. Nachhaltigkeit wäre dann gegeben, wenn sich gesellschaftliche Ordnungen anhand der postulierten „Umwälzung“ anders denken lassen. Doch auch die „Umwälzung“ selber würde in einer Art Zirkelfigur die Methodik oder den Machtanspruch von gesellschaftlichen Positionen erneut umwerfen. Die durherrschende Macht wird selber durchbrochen. Und ist das nicht Dialektik gegen Dialektik oder Letzen Endes auch Hegel gegen Hegel?