Vielleicht bringt es dieser Satz am besten auf Punkt:

„Die Isolierungs-Chance, die anderen Zitaten anhaftet (z.B. einem Nietzsche-Wort), fehlt beim Hegel-Zitat. Dies ist seine Originalität die Verbindung mit der Quelle, mit dem Zusammenhang.“

In der Sekundärliteratur ist oft versucht worden, bestimmte Schlagwörter, gedankliche Bilder oder Kernsätze nutzbar zu machen. Da ist die Rose im Kreuz oder die Eule der Minerva oder Ausdrücke wie: „Das Wahre ist das Ganze.“

Bereits bei diesem Zitat lohnt es sich mit Hilfe von Adorno zu reflektieren, denn auch das Ganze ist ein Moment seiner selbst.Im Denken trifft das Ganze wieder erneut auf sich selbst, deshalb ist dies kein Regress oder Rückbezugsverbot, sondern eine Art Zugang zu allem was ist und durch Begriffe ausgedrückt werden kann. Sicherlich ein Grund dafür, dass die PdG mit der sinnlichen Gewissheit beginnt, in welcher die programmatischen Konflikte zwischen Einheit und Vielheit, Individuum und Gesellschaft bereits vorhanden sind.

Nähert man sich einem anderen Kernsatz aus Rph, nämlich: „Das was Wirklich ist, ist auch Vernünftig“, dann stellt man auch dort fest, dass Hegel mit dem Wirklichen bei weitem nicht die Realität meint, denn für Hegel existiert noch die Erscheinung und das nicht nur in der Phänomenologie, wobei sie dort eine fundamentale Rolle spielt. Liest man weiter, wird auch an dieser Stelle ein Bezug zum Recht und zur Erscheinung verstanden. Auf diese Weise wird der mögliche Kernsatz erneut in den Kontext der Hegelschen Philosophie gestellt.