Taylor

Einer der großen Klassiker des Hegelianismus ist das Buch „Hegel“ von Charles Taylor. Taylor ist deshalb einer der ganz großen Denker, da er den Kommunitarismus ins Zentrum seines Denkens stellt. Und geht das besser als mit Hegel? Nein.

Hegel neu und alt

Gerade Hegelianismus wird unterschätzt. Hegel kehrt zurück, wenn man denkt ihn gedanklich verlassen zu haben. Adorno und Foucault sind in vielfacher Art und Weise zu diesem Gedanken gekommen. Und auch mit hegelianischer Philosophie verhält sich das so. Hegel in 2019? Man darf gespannt sein.

Hegelianismus on the road

Was kann man machen, wenn man gerade nicht im Altbau oder in den eigenen vier Wänden ist und Hegelianismus betreiben will? Die schiere Menge an Literatur ist heutzutage online einsehbar. Aber es geht auch um den Austausch oder die Auseinandersetzung in Ruhe. Was hilft? Der Gedanke aus Hegels System wie sie in der Phänomenologie vorkommt:

„Denn die Sache Ist nicht in ihrem Zwecke erschöpft, sondern in ihrer Ausführung, noch ist das Resultat das wirkliche Ganze, sondern es zusammen mit seinem Werden;“

Dadurch wird das „unterwegs“ auch zur Ausführung und damit hegelianisch.

Hegelianismus neu gedacht

Wenn das Ende der Philosophie erreicht ist, kann man den Hegelianismus dann neu denken? Muss man hinter die Fassade der Philosophie schauen oder ist man schon Teil der Philosophie geworden, wenn man diese Frage stellt.

Hegelianismus ist vielleicht der „Gedanke des Gedankens“ und kann damit weder in sein eigenes Gegenteil verkehrt werden noch außerhalb des Systems denkbar sein. Es bleibt die Vereinigung von Gegenteil und Identität.

Tiere

Hegels Bezug zu Tieren?

Was sagt die Phänomenologie dazu?

Der selbstbewußte Geist, der aus dem gestaltlosen Wesen in sich gegangen oder seine Unmittelbarkeit zum Selbst überhaupt erhoben, bestimmt seine Einfachheit als eine Mannigfaltigkeit des Fürsichseins und ist die Religion der geistigen Wahrnehmung, worin er in die zahllose Vielheit schwächerer und kräftigerer, reicherer und ärmerer Geister zerfällt. Dieser Pantheismus, zunächst das ruhige Bestehen dieser Geisteratome, wird zur feindseligen Bewegung in sich selbst. Die Unschuld der Blumenreligion, die nur selbstlose Vorstellung des Selbsts ist, geht in den Ernst des kämpfenden Lebens, in die Schuld der Tierreligion, die Ruhe und Ohnmacht der anschauenden Individualität in das zerstörende Fürsichsein über. – Es hilft nichts, den Dingen der Wahrnehmung den Tod der Abstraktion genommen und sie zu Wesen geistiger Wahrnehmung erhoben zu haben; die Beseelung dieses Geisterreichs hat ihn durch die Bestimmtheit und die Negativität an ihr, die über die unschuldige Gleichgültigkeit derselben übergreift. Durch sie wird die Zerstreuung in die Mannigfaltigkeit der ruhigen Pflanzengestalten eine feindselige Bewegung, worin sich der Haß ihres Fürsichseins aufreibt. – Das wirkliche Selbstbewußtsein dieses zerstreuten Geistes ist eine Menge vereinzelter ungeselliger Völkergeister, die in ihrem Hasse sich auf den Tod bekämpfen und bestimmter Tiergestalten als ihres Wesens sich bewußt werden, denn sie sind nichts anderes als Tiergeister, sich absondernde, ihrer ohne Allgemeinheit bewußte Tierleben.

Arbeit

Vielen ist nicht bekannt, dass der Arbeitsbegriff bei Marx auf Hegel zurückgeht. Im subjektiven Geist werden die einzelnen menschlichen Kompetenzen in theoretische und praktische unterteilt. Die Intelligenz steht für die theoretischen Kompetenzen, während die einzelnen Handlungen dem Willen unterstehen. Als Philisoph der Freiheit ist klar, dass jede einzelne Stufe auf beiden Seiten abstrakter und losgelöster von der „Materie“ der Realität sein muss. So steht auf der praktischen Seite noch der Genuss gegenüber der direkten Vernichtung des Objektes, während der Trieb das Objekt zwar bewahrt es aber auf der reinen Ebene des Objektes betrachtet. Darüber steht die Neigung, welche Hegel gerne mit dem Beispiel von Antigone darstellt. Der Bürger jedoch, der sich vom Untertan auf diese Weise erhebt, dass er über die Neigungen reflektieren und abstrahieren kann, ist der Arbeit näher. Die Arbeit verformt die Realität hinterlässt aber auch Spuren im Bewusstsein der arbeitenden Person. So kann ich beispielsweise etwas über mich selber lernen, wenn ich ein Kunstwerk erschaffe, das Werk ist ein Teil von mir. Erst die Arbeit erschafft – bei Marx – Tauschwert oder Gebrauchswert und kann dann in den Konflikt von Individuum und Allgemeinheit eintreten. Der materialistische Waren –  Geld – Waren Fluss erzeugt dann möglicherweise Mehrwert, der durch die Kapitalisten, welche die Arbeiter dann nur ausbeuten würden, abgeschöpft wird. Sie werden von ihrer Arbeit in mehrfacher Hinsicht entfremdet. Aber der Arbeitsbegriff ist hegelianisch.

Der junge Hegel

Ebenso wie es Moden in der Kunst gibt, so gibt es auch Moden in der Philosophie. Kehrt man von Kant zu Hegel zurück, dann gibt es immer wieder die Beschäftigung mit dem jungen Hegel (Der junge Hegel).

Das interessante Argument daran: Man kann am Anfang den Philosophen besser verstehen, um sich seinen späteren komplexeren Gedanken besser nähern zu können. Kann hier ein Irrtum vorliegen? Ist vielleicht das Hauptwerk oder das berühmteste Werk nicht das Eingangstor zur Philosophie Hegels? In diesem Fall die Phänomenologie des Geistes (Phänomenologie des Geistes).

Renaissance 

Hegel und Kant scheinen sich philosophiegeschichtlich abzuwechseln. So scheint es, als ob Kant der Philosoph für beständige Argumente ist. Immerwährende Aussagen mit ganzheitlichem Charakter. Hegel ist der Philosoph der Bewegung, des Widerspruchs und der Verflüssigung. In unruhigen Zeiten scheint Kant für Stabilität zu stehen, während Hegel ein Vorreiter für Veränderung zu sein scheint: Wenn die Debatte zum Stillstand gekommen ist oder man eine neue Denkweise benötigt. Wir brauchen in unseren Tagen Hegel mehr als jemals zuvor.